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... muss man an den Farbreglern drehen!

Nun, im ersten Moment wird diese Überschrift verwirrend klingen. Aber wir wollen mal schauen, was es mit dieser Aussage auf sich hat:

In der Regel nehmen digitale Kameras Ihre Bilder immer in Farbe auf. Eine S/W-Umwandlung entsteht dann erst nach Einsatz von Software. Viele Digitalkameras haben ein Motivprogramm für Schwarz/Weiß-Bilder. Die Kamera wendet dann entsprechende Vorgaben auf das Bild an und gibt anschließend ein S/W-Bild aus. Normalerweise sind die Möglichkeiten der Einflussnahme auf die kamerainterne Bildverarbeitung eher gering, so dass man "nehmen muss, was man bekommt".

Besser ist es daher das Farbbild in einem Bildverarbeitungsprogramm (in meinem Beispiel Adobe Lightroom CC, kurz LR) in ein S/W-Bild umzusetzen.

Folgendes Bild (Out-of-Cam) wird hier als Beispiel dienen:  

Das Bild entstand an der Elbe im Bereich Tesperhude. Im Nachgang wurde das Bild bewusst gespiegelt um einen surrealen Effekt zu erzeugen.   - Matthias Ehlers -

Das Bild entstand an der Elbe im Bereich Tesperhude. Im Nachgang wurde das Bild bewusst gespiegelt um einen surrealen Effekt zu erzeugen.

Das Histogramm zu diesem Bild sieht so aus:

Zunächst wurden im ersten Schritt die Belichtungsinformationen angepasst.

elbebw

Anschließend erfolgt die Anpassung der Schwarzweißmischung. Hierbei darf man auch gerne mal rabiat vorgehen. Schwarz/Weiß ist immer Geschmackssache und es gibt kein richtig oder falsch. Entweder es gefällt oder eben nicht. Vorteil bei der Bearbeitung mit Lightroom ist, dass man non-destruktiv arbeitet. Das bedeutet, man kann sein Bild jederzeit wieder in den Urzustand zurück versetzen. Sollte man andere Programme zur Erstellung von S/W-Bildern nutzen empfiehlt es sich, das Original irgendwo im Backup liegen zu haben. So hat man zumindest die Möglichkeit bei Nichtgefallen wieder zum Urzustand zurückzurudern.

Elbe final

Bei diesem Bild fiel die Entscheidung, die Blau-, Grün- und Aquamarintöne massiv abzudunkeln, während die Gelb-, Orange- und Rottönen viel Helligkeit erhielten. Dies hat zur Folge, dass der "tote Himmel" aus dem Farbbild deutlich mehr Dramatik durch Abdunklung der Blautöne aufweist und der Landstrich sich durch die Anhebung der Gelb- und Orangetöne stärker in den Kontrast stellt. Zum Schluss erhielt dieses Bild noch eine Vignette, die den Effekt nochmals unterstreicht. Schärfen und Rauschreduzierung gehören natürlich auch dazu; vielleicht werde ich hierzu auch noch mal etwas schreiben.

Geschmäcker gehen bekanntlich auseinander: ob es der Weisen letzter Schluss ist, kann man nicht sagen. Ich persönlich mag dieses Bild jedoch durch seine abstrakte Wirkung.